Spricht man über Kompetenz in WordPress, dann kommt sein Name früher oder später ganz automatisch ins Spiel. Meistens früher.

Denn unser Gast im Schnack ist als Programmierer für und in WordPress, als Experte und Buch-Autor eine gesetzte Größe, die weit über die Grenzen vom Ostwestfalen hinaus bekannt ist. Kurzum – wir hatten Vladimir Simović zu Besuch.  

Vladimir ist seit 2003 als Freelancer selbstständig und kennt den Markt, die Entwicklungen und Veränderungen nun seit fast 20 Jahren. Da gab es sehr viel zu besprechen. Insbesondere die veränderten Bedingungen des Freelancers waren unser Thema und haben uns interessiert.

Wir freuen uns schon jetzt auf eine Fortsetzung und sagen danke Vladimir und bis bald.  

Alle Folgen des Social Media Schnack Podcast auch unter:

Das gesamte Gespräch als Transkript:

Thorsten Ising: Programmierer, WordPress, Experte, Buchautor und vieles, vieles mehr, das steckt in unserem heutigen Gast im Social Media Schnack. Wir freuen uns auf Vladimir Simović.

Thorsten Ising: Frank, wir beide kennen das. Genau wie unser heutiger Gast, wir müssen ständig dranbleiben, kommunizieren und etwas dafür tun, sichtbar zu werden, um da draußen neue Menschen, neue Unternehmen, neue Kunden, Kundinnen anzusprechen. Also eine Dauer-Kommunikation. Und wie schwer das heute ist, darüber wollen wir uns eigentlich unterhalten. Was ist für dich denn derzeit da die größte Herausforderung?

Frank Michna: Also mal davon abgesehen, dass so Dinge wie dieser Podcast wunderbar leicht fallen und Spaß machen. Dann ist es im Augenblick, die Situation zu sagen, regelmäßig zu posten, immer wieder auf Ballhöhe zu sein und zu sagen: “Komm, mach dich auf. Erzähl das eben noch, teil das noch mit.” Und das wirklich auch in einer vernünftigen Qualität zu tun, ist nicht einfach. Und gleichzeitig noch das Tagesgeschäft zu machen und zu gucken, was noch so passiert in der Welt. Wir haben halt sehr viele Aufgaben. Aber es ist wirklich das Regelmäßige, was einen eigentlich oder was mich treibt.

Thorsten Ising: Dann schauen wir mal, wie es unserem Gast heute so ergeht und was für ihn das Ganze ist. Wir haben heute jemanden dabei, den ich aus der Ferne schon lange beobachte und immer irgendwelche Schnittpunkte hatte. Zwischendurch haben wir uns auch irgendwo schon mal gesehen, glaube ich. Wir sind uns über den Weg gelaufen. Ausgetauscht haben wir uns auf jeden Fall in letzter Zeit häufiger. Wir reden von Vladimir Simovitć, Baujahr 73, CSS- und WordPress-Experte kennt man da draußen durchaus, wenn man in der Branche unterwegs ist. Unter anderem auch unter dem Domain-Namen und auch Unternehmensnamen perun.net, also komplett ist es Perun-WebWork GmbH. Wenn ich es richtig im Kopf habe. Autor diverser Sach- und Fachbücher zu CSS und WordPress-Redner, Vortragsredner, Vortragender, freier Redakteur, selbstständig. Was soll ich noch sagen, Vladimir?

Vladimir Simović: Ja, das war eigentlich im großen Ganzen schon alles aufgezählt. Ja, vielen Dank für die Einladung. Ja, ich kann dem Frank eigentlich nur beipflichten, bei dem was er vorhin gesagt hat. Es ist halt nicht ganz einfach, erstens sein Tagesgeschäft hinzubekommen, quasi Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Dann dabei Neues zu lernen, quasi proaktiv zu sein, auf dem Laufenden zu bleiben, was gerade aktiv ist. Und natürlich ist man dann auch als ja Kleinunternehmer oder als Freelancer Selbstständiger, wie immer man das nennen möchte, auch noch auf vielen Hochzeiten tätig, also auf vielen Baustellen. Um eben natürlich, wie soll ich sagen, ja am Ball zu bleiben und für die Kunden natürlich auch wahrnehmbar zu sein. Das ist halt in den letzten Jahren doch etwas anspruchsvoller geworde, als es in den Jahren 2005 bis 2012 war.

Thorsten Ising: Super Zusammenfassung! Das vertiefen wir jetzt noch mal in den einzelnen Punkten. Also tatsächlich WordPress und Co. Seit wann bist du selbstständig?

Vladimir Simović: Selbstständig bin ich ja nebenberuflich seit Mitte 2003 und hauptberuflich seit Mai 2004.

Thorsten Ising: Eine unfassbar lange Zeit.

Vladimir Simović: Ich bin auch immer wieder erschrocken. Es ist schon mittlerweile eigentlich fast volljährig, die Selbstständigkeit, je nachdem, ob man die nebenberuflich oder die hauptberuflich nimmt. Ja und zur Selbstständigkeit bin ich ein bisschen gekommen, wie sagt man das so schön, wie die Jungfrau zum Kinde. Ich war ja damals tätig in Institut für Genetik an der Uni Köln. Da war es ja so, dass noch jede Menge Millionen Euros an Material-Geldern da waren, aber keine Personal-Gelder. Da ist halt meine Stelle ausgelaufen und dann habe ich gedacht jetzt oder nie. Na das ist halt irgendwie so auch so ein Schnittpunkt mit Anfang 30, wo man denkt was bringt das Leben noch weiter. Dann habe ich halt einfach das habe ich mich nicht so ganz getraut, aber das war ja mein Hobby, Webentwicklung und da habe ich mich in dem Bereich selbstständig gemacht und da sind ja viele Punkte zusammengekommen damals. Ich habe WordPress kennengelernt. Dezember 2003. War direkt, ja, wie soll ich sagen, fasziniert von dieser Software, weil alle die sich damals in den Jahren 2002, 2003 damit rumgetrieben haben und auf der Suche nach Redaktionssystem man Blogging System waren, wissen wie schwierig das war. Das waren sehr viele kryptische Perl-Scripte, wo man schon am Verzweifeln war diese überhaupt zum Laufen zu bringen. Und ich sage mal, die Anzahl an PHP Redaktionssystem war sehr übersichtlich und das waren Systeme die nannten sich PHP-Nuke und so was. Die sahen immer alle gleich aus, da hat man installiert und es gab so drei oder vier gab unterschiedliche. Aber, wenn man die installiert hat, sahen die alle gleich aus. Viele Gaming-Seiten wurden damals damit betrieben. Aber WordPress war ja anders. Leicht anzupassen, leicht zu verstehen und da habe ich gedacht okay, jetzt hast du ein Tool. Du hast ja einiges an Erfahrung gesammelt, in der Webentwicklung, jetzt machst dich halt selbstständig. Und ja, es läuft bis jetzt eigentlich soweit gut.

Thorsten Ising: Tja, PHP-Nuke kenne ich auch noch. Also damit habe ich mir ich das erste Intranet bei einer meiner Agenturen damals aufgesetzt, für die ich tätig war. Wahnsinn! Ja, da hat sich einiges getan bis heute. Und WordPress hat sich entwickelt zu einem der stärksten Content-Management-Systeme und damit liegst du als Programmierer und als Projektleiter in diesem Bereich natürlich nicht unbedingt in dem Segment, was schwächer wird, sondern eher stärker auch in Konkurrenz und im Wettbewerbsverhalten, oder?

Vladimir Simović: Ja, momentan ist es so, dass WordPress, was es jetzt sag ich mal, nicht nur die reine Blogging Software, sondern auch in Content-Management-System Segment ist das die Nummer eins und das wirklich mit weitem Abstand. Also diese ganzen starken Konkurrenten, die in den ersten Jahren noch halbwegs mithalten konnten, wie Drupal oder Joomla, die sind weit abgeschlagen. Die haben niedrige einstellige Prozentzahlen in einen Marktbereich, also in der Marktverbreitung und WordPress dominiert den CMS-Markt mittlerweile mit knapp zwei Dritteln. Und es ist kein direkter Konkurrent in Sicht. Es ist ja sogar so, dass irgendwie sogar WooCommerce, das ist ja nur ein Plugin mittlerweile schon an die 10 % des Marktes beherrscht. Das ist ja schon erstaunlich.

Thorsten Ising: Frank hat gerade geatmet, deswegen habe ich gedacht, er wollte etwas sagen, aber dann mache ich das natürlich selbstverständlich gerne. Wenn du aus der damaligen Zeit der Selbstständigkeit nach heute rüber rechnest, hat sich ja einiges getan im Bereich der Kundenakquise. Früher war das anstrengender oder musstest du aktiver draufzugehen zugehen? Oder war früher eher so dieser Teil Goldgräberstimmung und alle wollen ins Internet und alle wollen CMS und WordPress. Habe ich schon mal gehört und kannst Du es nicht machen? Wurde das automatisch mehr? Hat sich diese Goldgräberstimmung tatsächlich bis heute ein bisschen getragen oder ist es heute für dich schwieriger, an Kunden zu kommen?

Vladimir Simović: Also zumindest ich kann nur aus meinem persönlichen Winkel erzählen. Das war damals deutlich einfacher. Also meine ersten Kunden habe ich generiert, das war eine Friseur-Meisterin. In Kaltakquise. Da bin ich einfach hingegangenund habe sie dann nett gefragt: “Haben Sie schon eine Website?” Sie hat gesagt: “Nein. Machen Sie so etwas?” Ich so: “Ja!” Okay und zehn Minuten später hatte ich den ersten Auftrag und das war ja wirklich nur eine statische Seite. Den ersten WordPress Auftrag hatte ich vier Monate nachdem ich angefangen hatte mich mit WordPress zu beschäftigen. Das kam ja dadurch, dass ich mit einer der Ersten im deutschsprachigen Raum war, der einfach darüber berichtet hatt. Ich hatte noch nicht im Kopf, dass ich damit jetzt irgendwie eine großartige Karriere anfangen kann. Und da kam schon der erste kleine Auftrag zur WordPress Anpassung. Damals gab es ja noch nicht die Themes und so. Das waren ja noch alles einzelne Templates, CSS-Anpassungen und so kam das eine zu den anderen. Und das war wesentlich einfacher damals. Damals war man mehr oder weniger gut bedient, mehr als gut bedient, wenn man einfach nur gebloggt hat. Dann kammen schon die ersten Kunden und über diese Kunden, über Mundpropaganda, dann weitere. Das war deutlich einfacher einfacher und übersichtlicher. Heute muss man natürlich auf mehreren Hochzeiten tanzen. Alleine Blogging reicht nicht. Mundpropaganda reicht mittlerweile für viele auch nicht. Also muss man schon viele Mechanismen bemühen, damit man auf den Stand kommt, den man früher einfach so mitgenommen hat.

Frank Michna: Das heißt, der Markt ist komplexer geworden, aber wir haben auch deutlich mehr Anbieter. Und es ist ja, so glaube ich auch schwieriger, sich zurechtzufinden, zu sagen: “Wer ist denn der Richtige für mich?” Wie nutzt du das für dich? Oder nutzt du es für dich, dass du ja nun wirklich sehr viel Erfahrung, sehr viel Know how hast? Kannst du das so an den Markt bringen? Wie tust du das?

Vladimir Simović: Ja, da bin ich momentan, sage ich mal, auch in einer Umbruchsituation. Das sind natürlich einige Überlegungen, die man machen muss und da versucht man sich jetzt zu spezialisieren, neu zu positionieren. Und mittlerweile bin ich schon in so einer Phase, wo ich dann auch selbst denke: “Ist das alles richtig, was du jetzt machst?” Das hat in der Vergangenheit recht gut funktioniert, aber mittlerweile merke ich auch, dass diese unterschiedlichen Mechanismen, die ich nutze, dass man Social Media aktiv ist, dass man Newsletter schreibt, bloggt, weiterhin mit Mundpropaganda auf die alten Kunden zugeht, dass das auch nicht mehr so greift und ich bin momentan auch am überlegen: “Wie machst du das, damit das dann natürlich auch weiter in den nächsten Jahren Früchte trägt?” Und ehrlich gesagt bin ich da auch noch nicht wirklich so schlau draus geworden, dass ich sagen kann: “Ja, du musst A machen und B machen und dann ist das super.” So ein Erfolgsrezept ist echt schwierig.

Thorsten Ising: Woran liegt das denn? Also liegt es, auch unter Umständen daran, dass auf der einen Seite deine Expertise, die du ja ohne Frage hast und deine Erfahrungen, die mitbringen kannst, weil du eben einer derjenigen, die ganz am Anfang schon in diesem Karussell mitgemacht haben. Du hast Bücher geschrieben, darüber ebenfalls deine Expertise gezeigt. sodass du heute aufgrund der vielen anderen Menschen, die WordPress machen nicht mehr so schnell und gut dich von dieser Masse der anderen abheben kannst. Oder liegt es daran, dass es vielleicht für den Kunden an sich schwieriger ist, hier eine Expertise zu unterscheiden? Woran glaubst du, könnte das liegen?

Vladimir Simović: Das ist eine gute Frage. Ich würde mal sagen, dass ist wie so vieles im Leben und hat natürlich mehrere Ursachen. Also die eine Ursache hast du genannt. Da sind viel mehr Leute, die sich mit WordPress beschäftigen. Das war damals, 2004, als ich angefangen habe da waren das vielleicht zwei, drei Leute im deutschsprachigen Raum, die sich wirklich intensiv damit beschäftigt haben und das auch nach draußen herausgebracht haben. Erstens sind das mehr, es sind aber auch mehr Plattformen. Also ich sage mal so, bis 2012 waren wirklich die Blogs, wo man gesagt hat, das ist top, das muss man machen, das ist super. Mit der Verbreitung des Smartphones haben sich natürlich auch die sozialen Netzwerke weiterverbreitet, das kam langsam zum Tragen. Dann hat sich das so verteilt, dass dort die WordPress Facebook-Gruppen, dann hast du die WordPress Xing Gruppen, dann hast du die WordPress Gruppen auf LinkedIn, Twitter und hast du nicht gesehen und das verteilt sich dann auch. Dann sind das natürlich auch mehr Kunden, die unterschiedliche Wünsche haben. Und wenn ein Kunde sagt, ich will unbedingt etwas mit WooCommerce haben und wenn er nicht innerhalb von zwei oder drei Sekunden erkennt, dass du dich mit WooCommerce beschäftigst, dann bist du in seinen Augen raus. Egal wie lange du schon mit WooCommerce arbeitest. Viele denken, oh, der ist schon so lange unterwegs, den kann ich mir gar nicht leisten. Das ist dann auch auch so eine Schwierigkeit. Was ich dann auch zunehmend merke, in meinen zarten Alter von 48 ist, das man ab einem gewissen Alter, so ab Mitte 40 wird man unattraktiv. Ich habe das von einen Kollegen erfahren, der ist auch Freelancer und es ging um einen Freelancer-Auftrag. Nicht um eine Anstellung, wo man sagen kann okay, ab 40 bist du ein alter Opa, sondern um einen Freelancer-Auftrag. Der ist 42 43, ich will jetzt nicht das genaue Alter veraten. Da hat man ihm halt durch die Blume gesagt, er wäre zu alt. Die hätten sich was jüngeres vorgestellt. Natürlich in schönere Worte verpackt, aber das kommt, das ist natürlich nicht tragend und so, aber es kommt sag ich mal so auch dazu. Also das sind so mehrere Faktoren. Mehr Leute, der Markt ist unterschiedlicher geworden, mehr Plattformen und dann kommt natürlich beim einen oder anderen auch das Alter hinzu.

Frank Michna: Was bin ich froh, dass ich so jung aussehe und so schön bin. Also ich bin 58, aber nein, die Frage ist, wenn du das so beschreibst, ja mit Sicherheit ist der Markt heute schneller. Gibt es bei dir eine Aufteilung, dass du sagst Soundso viel Zeit meines Tages oder meiner Woche oder meines Monats setze ich ein, um mich attraktiv zu machen. Gerade wenn man bei dem Thema sind, dass man sich selber hübsch machen muss.

Vladimir Simović: Hmm, also wwenn ich mir so die Zeit anschaue, wie viel eigentlich die konkrete Arbeit ist und wie viel die Arbeit jetzt für andere Sachen ist, also für Bloggen, Kundenakquise und so weiter. Dann würde ich ja schon sagen, dass die Kundenakquise und Bloggen und alles was damit zu tun hat, also diese nicht tägliche Arbeit, dass das so 40 – 45 Prozent ausmachen kann. Also man muss viel mehr investieren und es ist trotzdem nicht garantiert, dass das Ergebnis so ist wie eben 2010, 2011, noch bis 2014. Ich würde sagen bis 2003 2004 war wirklich ein Schnitt, wo man, wo auch ich dann gemerkt habe, okay das Bloggen bringt es nicht mehr so sehr wie andere Sachen. Also auf jeden Fall. Man darf das nicht unterschätzen und das ist ja auch ein Fehler, den viele frischgebackene Selbstständige machen. Dass sie dann denken, okay, der Monat hat x-Stunden und dann arbeite ich die alle durch. Und dann berechne ich meinen Stundensatz und vergessen dabei, das du arbeitest nicht die ganze Zeit. Da sind andere Sachen, die du machen muss, du musst dich präsentieren, du musst dich um die Kunden kümmern und, und ,und.

Thorsten Ising: Ja, wobei das noch relativ okay im Rahmen ist. Das ist schon sehr realistisch von dir dargestellt. Das ist bei uns ja nicht anders. Also du hast einen einen Teil, der vielleicht bei 40, 45, 50, wenn es mal richtig gut läuft, auch 60 Prozent bezahlte Zeit im Monat läuft und der Rest ist eben auf der einen Seite Akquise und noch ein kleiner Bruchteil aktive Administration, also Dinge wie Rechnungen schreiben, Steuern machen und so ein Krams. Aber der andere Teil, das ist halt der große Teil, ist Arbeit, der andere Teil ist Akquise und Vertrieb und Marketing und alles, was da drum drumrum gehört. Aber das wird ja auch nicht einfacher. Also tatsächlich hast du es eben schon mal gesagt, unterschiedliche Plattform, neue Zielgruppen, neue Zielgruppen, Anlaufstellen, neue Probleme, die eben da sind. Vielleicht eben auch ganz andere Ansprüche und Dinge, die sich einfach im Laufe der Zeit verändert haben. Wir haben ja ganz andere Herausforderungen als 2003, also heute 2022. Alle Welt will schnell zu irgendwelchen Social Media Accounts durchdringen. Will am liebsten nur noch TikTok machen und denkt, die Internetseite würde nicht mehr so eine zentrale Rolle spielen. Das muss man denen ja auch unter Umständen einfach mal wieder erzählen. Das wird schwieriger, weil wir eben überall aktiv sein müssen. Dazu gehört heute sowas, was wir hier machen dazu gehören Live-Talks, dazu gehören Interviews, dazu gehören Fachbeiträge, Bücher, Newsletter, eigene Internetseiten, Blogs, what ever. Und das müssen wir alles irgendwie bespielen. Aber das geht ja gar nicht mehr. Wir müssen uns die effektiven Kanäle raussuchen.

Frank Michna: Und ich glaube, es kommt eins dazu, das hat Vladimir eben auch schon gesagt. Es ist einfach so, dass es sehr viele Anbieter gibt und das es auch auf der anderen Seite des Kunden sehr schwer ist zu differenzieren und zu unterscheiden, um überhaupt festzustellen, wer ist jemand, den ich für diese Aufgabe gebrauchen kann? Und wer ist jemand, der das Know how mitbringt? Und dann kommt irgendwann auch wieder die leidige Frage des Preises. Und dann kommt wieder die Frage Ist es billig oder ist es den Preis wert? Und wäre es nicht sinnvoller, darüber nachzudenken, kiege ich meine Ziele umgesetzt und kriege ich das, was ich brauche und das macht es auch schwieriger.

Thorsten Ising: Was bedeutet das denn ganz konkret für dich heute? Also wenn du unterwegs bist und Du differenzierst deine Zeit runter auf 50 Prozent, 45 Prozent Akquise und Trommeln da draußen, was machst du ganz konkret, um sichtbar zu bleiben, zu sein oder für ein neues Thema sichtbar zu werden? Und wie stellst du deine Expertise heute nach draußen dar?

Vladimir Simović: Verschiedene Mechanismen nach wie vor. Auch wenn es jetzt nicht mehr, so angesagt ist wie früher, aber klar: Bloggen ist Nummer eins bei mir. Weil es zwei Sachen oder mehrere Sachen abdeckt. Natürlich präsentiere ich mich damit, aber vieles, was ich blogge, ist natürlich basiert auf realen Erfahrungen und die verarbeite ich. Es ist ja quasi so wie ein Zwiegespräch mit sich selbst. Ich lerne viel durch Bloggen, weil ich ja dann meine Gedanken strukturiere und darüber nachdenke, wo ich vielleicht auch was falsch und was habe ich auch richtig gemacht habe. Und natürlich halt eben, dass ich damit auch Werbung für unsere Dienstleistungen mache. Dann ist noch zusätzlich., wenn auch unregelmäßig, aber der WordPress Newsletter. Was ich auch noch mache: ich bin auf Twitter recht aktiv und versuche auch als mich als Fach Autor zu betätigen, indem ich bei Heise, Host Europe und auf anderen Plattformen, Fachartikel veröffentliche und indem ich natürlich, wenn die Zeit das hergibt, auch Bücher verfasse. Wer jetzt denkt, mit einem Buch wird er viele Kunden gewinnen, das soll er sich abschminken und Geld verdient man sowieso nicht damit. Aber das ist ein Meilenstein in der Vita und macht sich gut. Das da jemand ist. ein Verlag, der an Dich glaubt und an Deine Expertise. Eine unabhängige Instanz, die sagt Okay, Vladimir, der kann das. Der kennt sich mit WordPress aus, er kennt sich mit CSS aus. Dem vertrauen wir an, dass wir in ihn x tausend Euro investieren und mit ihm ein Buch publizieren. Das sind die Dinge und dann ist ja irgendwann mal der Tag um. Ich hab in der Familie. Ich will auch noch ein bisschen Geld verdienen für den Lebensunterhalt. Das heißt, es ist dann überschaubar. Ich habe nicht mehr noch Kapazitäten, um vielleicht auf TikTok aktiv zu sein oder in Facebook-Gruppen großartig aktiv zu sein. Das geht nicht. Man kann sich ja nicht zwei teilen oder drei teilen. Man muss gucken, was einem auch liegt. Was nützt mir eine Plattform, wo man sagt Das läuft prima? Nimmt man jetzt als Beispiel TikTok, aber du selbst sagst “Ich mag mich nicht vor der Kamera sehen”, dann man muss ja auch nicht sein. Aber dann ist es nicht sinnvoll, da tätig zu sein, wenn man sich unwohl fühlt.

Frank Michna: Ja, dann habe ich aber noch eine Frage, die gleich wieder auf den Eingang zielt. Machst du noch Kaltakquise? Gehst du noch zum Frisör, Meister und sagst “Hey…”

Vladimir Simović: Ne, in der Corona Zeit ja sowieso nicht. Und weil wir dann irgendwann mal aufs platte Land gezogen sind, zwischenzeitlich, war da viel Kaltakquise eh nicht zu machen.

Thorsten Ising: Vorsichtig. Du redest übers Lipper Land.

Vladimir Simović: Ja, ja, und zwar nicht nur, weil es dünn besiedelt ist, sondern weil man dann als jemand, der nicht dort aufgewachsen ist, nicht wirklich die Leute kennt. Wäre ich jetzt dort aufgewachsen, ich kenne Leute, die sind sehr gute Vertriebler, vor allem bei der Volksbank. Da sind einige Leute, die kennen Gott und die Welt, die können das gut. Aber wenn du dort nicht aufgewachsen bist, ist schwierig.

Thorsten Ising: Das unterschreibe ich

Vladimir Simović: Aber wegen Kaltakquise jemanden zu fragen, wenn jemand sagt Das und das. Das Problem habe ich. Ich habe da kein Problem zu sagen Pass mal auf, ich könnte dir da helfen. Aber sie gibt sich, sage ich mal, jetzt nicht mehr so wie früher.

Thorsten Ising: Das ist so, also welche aktiven Akquisewege schaltest du einen? Gibt es irgendwelches aktives, was du tust, anstatt Kaltakquise? Ist es ein besonderes Kundenbindungsprogramm, wo du immer wieder zum Beispiel auf Änderungen, Sicherheitslücken und Co. hinweist? Wartungs Sequenzen? Oder ist es da eher so der Teil, dass du projektbezogen arbeitest?

Vladimir Simović: Also das sind wirklich Bloggen und Newsletter. Das sind so die die zwei Kanäle, die mir von früher übrig geblieben sind, die auch soweit noch vergleichsweise sehr gut funktionieren, die ich regelmäßig bediene und dann ab und zu mal Werbung auf Facebook schalten, wenn es ich mal wieder eine neue Version von unseren WordPress Handbuch rauskommt, die wir dann quasi den Leuten als Schulungsunterlagen verkaufen. So was machen wir noch. Und ja, das ist im Grunde genommen das war es dann, was wir dann machen. Also was ich zum Beispiel ausprobiert habe, waren diverse Freelancer-Börsen. Das funktioniert aber nicht wirklich so toll.

Thorsten Ising: Ja, dann baust Du für 50 Dollar auf fiverr eine Internetseite.

Vladimir Simović: Ja, so ungefähr. Es gibt ja auch, sage ich mal, auf LinkedIn wird viel damit geworben, was ich mit mittlerweile festgestellt habe. Auf LinkedIn zählt unter Stellenanzeigen unter anderem ein Link, der dich weiterleitet zum Anmeldeformular für eine Freelancer Börse.

Thorsten Ising: Gewusst wie! So kann man es natürlich auch machen. Okay, kommen wir mal zum Thema Kommunikation an sich. Also während sich da draußen zwar natürlich einiges auf den Internetseiten seines Unternehmens, eigenen Internetseiten etc. abspielt, hast du schon erwähnt, dass es da draußen natürlich auch noch jede Menge mehr gibt? Twitter Was bedeutet für dich? Das ist ja so gefühlt in Twitter Deutschland gibt es viele Experten, viele Menschen als Multiplikatoren, die dort aktiv sind, aber auch viele Stänkerer. Wie empfindest du die Diskussionskultur auf Twitter? Wie hat sich Twitter in deinen Augen verändert?

Vladimir Simović: Auf Twitter bin ich seit 2007, mittlerweile glaube ich, Juni 2007 und Anfang so die ersten drei, vier Jahre. War das wirklich, wie ich bezeichne, das als Auenland. Für Nerds war es damals, das war wirklich nur ITler und irgendwie verwandte Leute. Und das höchste, was ich an Streitigkeiten gab, war Mac, OS, Windows und solche Sachen oder welche Linux sag ich mal Version man nutzen sollte. Also das war es. Aber heute ist es mittlerweile wirklich macht es nicht mehr so Spaß, weil die Diskussion so aufgeladen ist, weil da viele Journalisten da sind, Politiker und gibt es so viele politische Themen? Ich versuche mich da mittlerweile auch ein bisschen rauszuhalten. Nicht weil ich mich jetzt nicht für bestimmte Themen interessiere, sondern weil das einfach, sage ich mal, sehr schnell hässlich werden kann. Ich habe kein Problem, keine Berührungsängste, mit mir zu streiten oder zu arg zu diskutieren. Aber ich habe da irgendwie das Gefühl, dass bei Twitter das nicht wirklich so fruchtbar ist. Und was ich merke Ich bin auch natürlich auch fachlich aktiv und versuche da auch das in meine Strategie zu integrieren. Aber was ich merke ist einfach, dass die Englischsprachigen das dann viel besser hinbekommen. Also ich hier zum Beispiel von Web Entwicklern aus Amerika wie zum Beispiel Threads, dann starten und dann hat das 1500 2000 Likes. Und wenn ich dann einfach irgendetwas über WordPress oder CSS teile, bin ich froh, wenn ich acht, neun Likes bekomme. Und das ist dann merke ich halt einfach, wie weit, wie aktiver die die englischsprachige Community ist. Und in Deutschland, obwohl man der deutschsprachige Raum hundert Millionen Sprecher hat, kommt das nicht so rüber wie sage ich mal aus den englischsprachigen Raum. Und das ist halt immer da, merke ich, da kommt man schnell an an seine Grenzen im deutschsprachigen Raum.

Thorsten Ising: Nutzt du andere Netzwerke ebenfalls? Also Du hast ihn schon angesprochen, es hier dann verhalten ähnlich, dass du sagst ab und zu schreibe ich mal wars und hier teile ich meine meine Blogbeiträge inklusive meiner Expertise. Oder beteiligst du dich da aktiv in Communities aktiv?

Vladimir Simović: Ich beteilige mich nicht mehr in Communities. Das habe ich eine Zeit lang auf Xing gemacht und das war einfach mal zu viel Arbeit. Auf LinkedIn hatte ich eine Zeit, habe ich mehrere Monate lang versucht, auch richtige Artikel dort zu publizieren. Aber das ist dann schnell frustrierend, wenn du dann nur 3, 4 Likes bekommst. Du hast dann dann 5000 Zeichen produziert. Das ist, wo ich mir gedacht habe, dass das lohnt sich nicht wirklich und ich konzentriere mich darauf jetzt, dass ich wirklich nur meine Sachen dann teile. Und wenn ich eine interessante Diskussion sehe, dass ich mich dort beteilige. Aber ich merke das mittlerweile, das seit ein, zwei Jahren auch auf LinkedIn. Diese Streitkultur in Anführungsstrichen, die ich auch auf Twitter oder Facebook schon viel früher da war, auch langsam auf LinkedIn überschwappt. Und das ist, finde ich besonders komisch. Ich meine, vielfach ist man auf Twitter mit irgendwelchen Nicknamen, was nicht nach ist, aber auf LinkedIn sind alle mit Klarnamen und damit teilweise echt beleidigt und teilweise sehr extreme politische Positionen eingenommen, wo ich danke, aber ich denke das ist eigentlich der Business Plattform. Hier noch viele Kunden. Ich weiß nicht, ob das die richtige Plattform ist und das ist halt

Thorsten Ising: Also Dummheit macht vor Business nicht halt. Das können wir da auf LinkedIn durchaus sehen. Kann ich wirklich nur beipflichten. Die Diskussionskultur wird durchaus ein bisschen anstrengender hier und da. Und natürlich: Ja, ich weiß auch nicht, was die Menschen dort reitet. Ich persönlich fahre auch sehr klare Kante. Ich bin jemand, der auch durchaus für seine Streitkultur bekannt ist und gehe auch nicht nicht unbedingt die meisten Kompromisse ein. Weniger zumindest. Und es werden auch keine Verletzten durchgelassen. Also tatsächlich ist es so, dass ich mich da auch ganz gerne mal streite, aber auch im Business Kontext einfach mal eine klare Kante fahre. Das kann ich auch nachvollziehen, das finde ich auch in Ordnung. Aber genau diese Sachen, die du da gerade angesprochen hast, bei fragwürdigen politischen Diskussionen, die da manchmal nach draußen getragen werden oder letztens so eine komische Diskussion erlebt, wo jemand sehr vehement darauf beharrte, dass nur ein Geschlecht in die Bundeswehr dürfe und sowas, was sehr anstrengend war. Auch im Lesen. Ja, da frage ich mich auch, was die Leute da überhaupt hin treibt, das auf so einer Plattform breit zu treten. Also wo sie ganz genau wissen, dass hier ein deutlich höherer Business Kontext stattfindet, wobei es letzten Endes egal ist. Also letzten Endes ist es wirklich egal, weil wenn die Leute so eine Meinung vertreten, dann machen sie es in am Stammtisch, an der Theke, im Restaurant, in der Zeitung oder bei LinkedIn. Egal.

Vladimir Simović: Ja. Also wie gesagt, aber auf jeden Fall. Was ich merke ist einfach, dass die organische Reichweite bei LinkedIn und Facebook unterirdisch ist. Das ist dann, dann sag ich einfach, ich mache da nicht mit. Zu Ausnahmefällen eben. Wenn eine neue Version von Handbuch da ist oder wenn ich einen Artikel besonders wichtig finde, mache ich da Werbung. Aber das ist dann wirklich keine Ahnung. Einmal im Monat mehr auch nicht, weil ich ja nicht sehe, dass sich dieses Konzept dann allzu weit wirklich unterstützt. Und bei Facebook? Ich habe nichts gegen soziale Netzwerke, aber gegen bei Facebook fühle ich mich auch wirklich mittlerweile sehr unwohl, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass irgendjemand ein, zwei Mal war, dass das irgendjemand etwas geschrieben hat, was eindeutig falsch ist. Und dann habe ich mit Links von Wikipedia, Geo und noch zwei weiteren Wissenschafts Zeitungen einfach gesagt “Nee, das stimmt nicht, wirst du Links”. Und dann hat Facebook mein Kommentar gesperrt, weil das gegen Community Richtlinien verstößt. Und dass ich dann, wenn ich sage okay, wenn man Fakten bringt, wenn das gegen Community Richtlinien verschickt, dann will ich auf dieser Plattform nicht wirklich mitmachen. Und ich wirklich ich muss mich echt zurückhalten, dass ich nicht meinen Facebook Account lösche, weil das einfach keinen Spaß macht. Und weil ich ja so zwei oder drei private Kontakte habe. Dann denke ich kommen die. Verlierst du sonst aus den Augen, mach ich das nicht, aber sonst hätte ich. Also ich fühle mich unwohl,

Thorsten Ising: Kann ich nachvollziehen. Da gibt es durchaus immer wieder solche Berichte und ich persönlich habe das auch schon erlebt. Bin auch schon gewarnt worden, wegen Verletzung der Community Richtlinie, weil ich irgendwo geschrieben habe, das Trump doch vielleicht mal seine eigenen Mittel gegen Corona, die er vorgeschlagen hat, bei sich anwenden könnte. Das hat man dann auch so als Aufruf zur Selbstverletzung anerkannt oder sowas. Ich weiß es nicht.

Frank Michna: Aber, nutzt du noch, nutzt du noch andere Möglichkeiten? Gehst du raus, hältst du Vorträge bzw. in der heutigen Zeit nutze die Möglichkeit digital was zu machen, im Vortragsbereich oder so? Oder wie positioniert du dich da als Experte oder auch als jemand, der da ja nun wirklich unglaubliches Pfund an KnowHow mitbringt?

Vladimir Simović: Ja, also was auch jetzt mittlerweile ich wieder vornehmen wollte, ist einfach Schulungen. Da habe ich jetzt in der Zusammenarbeit mit Mit Heise wird es ein Workshop von mir geben und dann will ich das. Das hatte ich eine Zeit lang. Es gab eine ganz schöne deutschsprachige Plattform – akademie.de – Und damals hat man dann in den Jahren bis zu 2010 wir zwei bis drei Mal im Jahr haben wir dort wirklich Workshops, also Seminare gehalten. Ich weiß nicht, was da intern abgelaufen ist. Die haben dieses Modell irgendwann mal aufgebaut. Das hat mir damals auch Spaß gemacht und ich habe heute noch Kunden, in die mit kleineren Mini Aufträgen kommen, die ich damals kennengelernt hatte, die halten Seminare bei uns gebucht haben. Das ist halt, sage ich mal auch immer recht interessante Geschichte und dann stehen so lang längerfristige berufliche Beziehungen und das ist kann ich auf jeden Fall jedem empfehlen. Man darf auch da so ähnlich wie bei Büchern nicht zuerst nur auf die Einnahmen gucken. Diesen ja, die können interessant sein, aber in der Regel nicht für den Aufwand, weil man unterschätzt wirklich den Aufwand, den man benötigt, um die Unterlagen zu machen. Man denkt immer Okay, ich kann das, ich halte die Zeit und jeder, der mal versucht hat, eine Rede freizuhalten, weiß das klappt nicht. Du sollst dir bitte das alles notieren. Entweder wirklich Wort für Wort oder zumindest die Stichwörter, damit du halt nicht ins Schleudern kommst. Und das reicht ja wahrscheinlich auch nicht. Also du brauchst halt wirklich so, wie dass das auch flüssig vorlesen kannst. Und das das unterschätzt man. Aber da kann sich jetzt sage ich mal immer wieder interessante Beziehungen entwickeln und das sollte man durchaus so sehen.

Thorsten Ising: Das heißt auf der anderen Seite nicht nur reden, nicht nur schreiben, sondern auch tatsächlich Wissen weitergeben. Nicht nur durch die Bücher, nicht nur durch die E-Books, die es von dir gibt, sondern du bringst den Menschen auch nach wie vor das Thema näher. Wie ist es denn? Da musst du auch hier besonders Werbetrommel rühren, um sichtbar zu werden und mit Menschen in Kontakt kommen, die hier Dir wiederum Schulungs Teilnehmer herantragen.

Vladimir Simović: Das ist ähnlich, vielleicht sogar auch noch eine Nummer härter, weil was hier hinzukommt ist natürlich kann man bei normalen Kunden Aufträgen geht es darum will ich einen Blog, will ich eine Webseite, will ich einen Shop? Das ist eine überschaubare Anzahl, aber bei Workshops habe ich dann teilweise wirklich so Anfragen, die so speziell sind, dass man dann auch vielfach sagen muss Das mache ich nicht, weil das ist einfach einen Bereich, mit dem ich nichts zu tun hatte. Und das wird dann, dann müsste ich den Preis verlangen, wo dann die Kunden von vornherein sagen Nein, das ist einfach zu viel des Guten, weil ich müsste mich dann noch einarbeiten und dann die Unterlagen ausarbeiten oder Konzept und so weiter. Da ist es ähnlich, aber noch ein Ticken schwieriger.

Thorsten Ising: Bist du manchmal müde, was das Thema angeht? Zwischendurch schon mal diesen Gedanken gehabt? Boah, ich glaube ich. Mach was anderes.

Vladimir Simović: Oh ja. Oh ja. Also als wir das Haus auf dem platten Land hatte, dachte ich Okay, es Gärtner wird uns auch was Schönes mit Selbstversorger, so wie du mit deinen Großeltern gelebt hast und alles ist gut. Dann habe ich eine Zeit, wo wir mit Verspätung mit der Familie haben wir die Serie Lost geguckt und dann dachte ich Ach guck mal, auf einer einsamen Insel abstürzen ist auch schön, aber es ist natürlich alles unrealistisch. Obwohl es so anstrengend ist, liebe ich das alles, weil mein Unternehmertum, meine Selbstständigkeit mir einfach viele Sachen ermöglicht hat. Eben selbstbestimmtes Leben. Vereinbarkeit von Familie, Arbeit mit der Familie. Viele machen den Fehler und gucken, wie sie die Familie mit Arbeit vereinbaren. Für mich ist es umgekehrt das Richtigere Zuerst die Familie und dann guckt mal, wie man die Arbeit rundum organisiert. Das bin ich einfach meinen Kindern schuldig. Hört sich jetzt geschwollen an, aber das hat ja auch mit meinen Ursprung zu tun. Ich bin ja bei meinen Großeltern aufgewachsen, mein Vater nie kennengelernt und ich weiß, wie sehr wichtig eine Vaterfigur ist. Das unterschätzen viele. Viele denken dann die Mutter, die ist wichtig, ohne dass wir darüber diskutieren müssen. Aber die Rolle des Vaters wird einfach unterschätzt und ist sehr wichtig. Und da bin ich ja froh, dass ich für meine Kinder da bin und dass ich auch eine segnende, wie soll ich sagen, auch mit meiner Ehefrau eine gleichberechtigte Beziehung führen kann. Das hat mir diese Selbstständigkeit dann auch alles ermöglicht. Aber es ist anstrengend. Das ist wirklich. Teilweise ist das so. Ich denke, ich habe so viel geleistet, so viel Output geliefert. Und dann kommt irgendein Kollege, den ich ein paar Jahre nicht gesehen hatte. Und er fragt mich Ach, machst du da? Machst du was mit WordPress? Und dann denke ich Was mache ich jetzt die letzten 18 Jahre? Und ja, es ist halt einerseits schön, aber andererseits, wie du schon sagtest, das ist echt anstrengend. Und dann denkt man dann so Sachen Ach komm, Wandergesellen, Schreiner, Gärtner, einsame Insel, das wär doch was Schönes.

Thorsten Ising: Ich kenn das

Frank Michna: ja, es hat alles seine Vor und Nachteile. Das ist einfach so. Ja, ich

Thorsten Ising: Kenn auch die Sache mit der Vaterfigur. Also ich bin verwitwet und habe meine beiden Mädels. Also auch da ist durchaus etwas, was ich da in dieser Beschreibung der Vaterfigur sehen kann. Den Gärtner kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Also das liegt wahrscheinlich auch an meinem absoluten, nicht grünen Daumen und an meinen zwei linken Händen. Da kann ich überhaupt nichts mit anfangen. Aber dem Wunsch nach etwas anderem kann ich bei dir zumindest nachvollziehen. Also ich persönlich hatte den nicht und habe den bis heute nicht. Toi, toi, toi. Aber ich trage den Gedanken immer mit mir rum, wo ich mal sage wenn es mir keinen Spaß mehr macht oder wenn ich mal irgendwann meine Werte verletzen muss oder meine Prinzipien verletzen muss, dann setze ich mich lieber zu McDonald’s an die Kasse, anstatt dass ich mich zum Beispiel unter Preis verkaufe oder dass ich für bestimmte Branchen arbeite oder oder einfach mit Arschlöchern arbeiten soll oder so. Das mache ich grundsätzlich nicht, gehört zu meinen größten Prinzipien. Und wenn ich das mal verlassen sollte, ja, dann kann ich das heute ersetzen. Dann werde ich halt Gärtner.

Frank Michna: Okay, würdest du denn heute jemandem noch empfehlen Hey, leg als Freelancer los. Trotz, trotz aller Bedenken, die man hat, das zu sagen, dass man sagt Mach das, probier das aus.

Vladimir Simović: Also wenn es nur auf die finanzielle Schiene geguckt wird und wo man sagt Ich will eine gute Work-Life-Balance haben, weiß ich nicht. Aber wenn es darum geht, was ich schon sagte selbstbestimmt zu leben, dass man Familienleben damit hinbekommt, gleichberechtigte Beziehungen überleben. Das ist für viele auch wichtig. Dann würde ich sagen Auf jeden Fall ja. Also. Dieser Begriff wurde häufig missbraucht. Wer in seinem Herzen ein bisschen liberales Libertärer ist, hat. Jetzt nicht und muss nicht extrem sein, aber so und diese Unabhängigkeit, dem würde ich auf jeden Fall die Selbstständigkeit und Unternehmertum empfehlen. Aber man muss natürlich auch die ganzen Nachteile kennen. Wenn man das für sich vereinbaren kann, dann würde ich das auf jeden Fall empfehlen. Zumindest auch wenn es kurzfristig ist für paar Jahre. Dann ist man auf jeden Fall um eine Lebenserfahrung reicher. Und nach dem Motto Wo ich immer nach dem ich auch immer lebe, ist es lieber, etwas zu machen, etwas zu tun, sich darüber ärgern, dass man es gemacht hatte als eine vertane Chance, hinterher zu trauern. Das finde ich ja dann viel schlimmer. So richtig.

Thorsten Ising: Was sind denn die nächsten Projekte? Darfst du darüber schon plaudern? Ich meine, wir können schon drüber reden, dass wir auch noch ein weiteres Projekt miteinander machen werden. Genaues verraten wir hier an dieser Stelle nicht. Folgt einfach unserer Seite und dem Newsletter und noch darüber Bescheid wissen. Aber es ist so, dass natürlich auch irgendwelche Dinge hoffentlich in der Pipeline sind. Gibt es einen tollen Artikel, auf dem wir uns freuen dürfen? Dürfen wir deinen Blog beobachten? Wo müssen wir mitlesen, um zu erfahren, wie es mit dir weitergeht?

Vladimir Simović: Also einen Artikel habe ich ja in der Pipeline, der mich schon seit vielen Jahren verfolgt. Und zwar geht es um die Schreib Erfahrung in WordPress. WordPress ist häufig genutztes Tool, aber ich bin da ein bisschen ein lachendes weinendes Auge mit der Erfahrung, mit der Schreib Erfahrung. Und da will ich versuchen. Irgendwie gibt es da Möglichkeiten das zu verbessern. Wie machen das die anderen? Und da ist natürlich auch ein Artikel in der Vorbereitung. Was ich auch noch habe, ist natürlich ein Workshop bei Heise, der am 24. Februar ist. Es wird noch weitere Workshops dann auch folgen. Und was, wo ich jetzt gerade tätig bin, ist dieses Buch und ein WordPress Buch, das wird noch dieses Jahr erscheinen.

Frank Michna: So langweilig ist es dann aber ja nicht in den nächsten Wochen und Monaten.

Vladimir Simović: Nein, ist es nicht. Und was immer noch immer steht, aber leider fehlt die Zeit dazu. Ich bin da natürlich auch ein Tolkien und Herr der Ringe Fan und meine Faszination Tolkien Seite, also die Tolkien Seite hat ein altes Theme. Es ist auch interessant, dass seit 2009 aktiv ist und immer noch wie ein Schweizer Uhrwerk läuft. Aber da wollte ich halt ein Redesign mal wagen und neue Inhalte. Aber das ist halt immer ein Herzensprojekt, weil damit fing ja eigentlich auch meine Webentwickler Karriere auch an. Also ich habe ja noch in den 90ern Intranet betreut und mit HTML gearbeitet. Aber ein richtiges Web Projekt war ja diese Seite. 2001 habe ich damit angefangen und die habe ich ja immer noch die Seite. Und das ist halt immer sage ich mal so, so eine Art Rückzugsort, wo man sagt einmal nicht wieder in Mittelerde und aber leider fehlt natürlich die Zeit dazu und ich hoffe, dass sich die nächsten Monate da Zeit dazu finden, dass ich dann Redesign machen kann und neue Inhalte einfügen kann.

Frank Michna: Ja, wunderbar.

Thorsten Ising: Da sind wir auf einem weiteren Thema mit Schnittpunkt verbunden. Also nicht nur, das ich großer Fantasy und Tolkien Fan bin und Herr der Ringe und Hobbit und alles was dazugehört leidenschaftlicher Pen & Paper Rollenspieler, früher sogar Larper, viele, viele Jahre lang. Und ja, sehr cool. Freue mich, dass du die Seiteadresse mal?

Vladimir Simović: faszination-tolkien.de

Thorsten Ising: Super! Ja dann Vladimir, wir schreiben natürlich sämtliche Infos, mit denen die Shownotes und alle deine Seiten, die hier betrachtet werden sollen, bzw. auf den Kanälen, wo man dir folgen kann. Ich danke dir herzlich für das Gespräch. Wir sehen uns auf jeden Fall wieder. Wir werden uns auch wieder sprechen und ich überlass euch beiden wie immer das Schlusswort.

Frank Michna: Ja, ich schließe mich an. Vielen, vielen Dank. Das war interessant. Pass auf dich auf und wir hören und sehen uns demnächst hier oder an anderer Stelle. Danke Vladimir.

Vladimir Simović: Ja, ich danke euch, dass ihr mir tapfer zugehört habt und ich freue mich, dass wir uns dann vielleicht die nächsten Monate der nächsten Wochen dann vielleicht mal wiedertreffen, dann vielleicht in live und in Farbe und in bunt. Und ich bin gespannt. Danke.

Thorsten Ising: Das werden wir.Bye Bye da draußen!

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